Die 11-Gipfel-Tour zwischen dem Antholzertal und dem Gsiesertal zählt zu den eindrucksvollsten und zugleich anspruchsvollsten Bergtouren der Region. Die lange Überschreitung verbindet insgesamt elf Gipfel und verläuft großteils entlang der stillen Grenze zwischen den beiden Tälern – fernab viel begangener Wege.
Ausgehend von Oberrasen (1.070 m) führt die Route zunächst über den Mudlerhof und die Taistner Alm hinauf in die alpine Bergwelt. Ab hier beginnt die eigentliche Gipfelüberschreitung: Vom Rudlhorn (2.448 m)über den Eisatz (2.493 m) und weiter über mehrere namenlose, aber eindrucksvolle Erhebungen wie den Million, Frisiberg und die Amperspitze zieht sich die Route stetig auf aussichtsreichem Gratverlauf dahin.
Die Tour beeindruckt vor allem durch ihre Ursprünglichkeit: Viele der Gipfel sind wenig frequentiert und tragen kaum bekannte Namen, bieten jedoch grandiose Ausblicke. Das Panorama reicht von der Rieserfernergruppeüber die Ostalpen mit dem Großglockner bis hin zu den markanten Gipfeln der Dolomiten.
Im weiteren Verlauf folgen unter anderem der Ochsenfelder, das Napfl, der Knebelstein, die Höllensteinspitze (2.755 m) sowie als krönender Abschluss die Rotwand (2.818 m). Der Abstieg erfolgt über den Staller Sattel (2.050 m) zum Antholzer See (1.650 m).
Die Tour verläuft teilweise weglos oder nur auf schwach ausgeprägten Steigspuren. Sie erfordert daher eine sehr gute Kondition, Orientierungsvermögen sowie absolute Trittsicherheit. Technisch ist sie meist unschwierig, verlangt jedoch aufgrund ihrer Länge und Exponiertheit alpine Erfahrung.
Diese einsame Grenzwanderung von Gipfel zu Gipfel ist ein echtes Erlebnis für erfahrene Bergsteiger, die Ruhe, Weite und spektakuläre Ausblicke suchen.
Diese Tour erfordert eine sorgfältige Planung: Ein früher Start ist empfehlenswert, und die Wetterentwicklung sollte stets im Auge behalten werden, da du dich über weite Strecken im hochalpinen Gelände bewegst.
Bei Bedarf lässt sich die Tour verkürzen – sowohl am Ampertörl als auch an der Grüblscharte besteht die Möglichkeit, ins Antholzertal abzusteigen.
Start der Tour ist beim Kulturhaus Oberrasen (1.070 m). Von dort folgt man der Straße an der Kirche vorbei Richtung Oberstallerhof, kurz davor rechts aufwärts. Ein schmaler Forstweg (Weg Nr. 20, leicht zu übersehen) führt Richtung Mudler.
Durch den Wald geht es zum Kirmlehof, kurz über die Straße und dann links über das Feld zum Mudlerhof und weiter zur Taistner Alm.
Ab hier folgt man kurz dem Forstweg, bevor ein steiler Steig zum Rudlhorn (2.448 m)– Gipfel 1– führt. Über Weg Nr. 54 zur Scharte und weiter zum Eisatz (2.493 m)– Gipfel 2.
Dem Weidezaun folgend über Ausserriedl und Innerriedl bis zu einem Wetterkreuz, dann weglos (orange Markierung) zum Million (2.438 m)– Gipfel 3 und weiter zum Frisiberg (2.538 m)– Gipfel 4.
Über Weg Nr. 17 zur Amperspitze (2.687 m)– Gipfel 5, Abstieg zum Ampertörl und entlang des Weidezauns hinauf zum Karl (ca. 2.490 m)– Gipfel 6.
Über den Rücken zum Ochsenfelder (2.609 m)– Gipfel 7, steil hinab zur „Hanslscharte“ und weiter zum Napfl (2.436 m)– Gipfel 8 sowie zum Knebelstein (2.494 m)– Gipfel 9.
Abstieg zur Grüblscharte (Abstiegsmöglichkeit), weiter auf Weg Nr. 9 zu den Ochsenfelder Seen und hinauf zur Höllensteinspitze (2.755 m)– Gipfel 10.
Nach kurzem Abstieg letzter Anstieg zur Rotwand (2.818 m)– Gipfel 11.
Abstieg über Weg Nr. 7 durch das Agsttal zum Staller Sattel (Hexenschenke) und über Steig Nr. 11, die Straße querend, hinunter zum Antholzer See.
Von der Pustertaler Straße zweigt man in das Antholzertal ab und folgt der Straße taleinwärts über Niederrasen bis nach Oberrasen.
Im Ortszentrum von Oberrasen fährt man bis zum Kulturhaus Oberrasen, wo sich der Ausgangspunkt der Tour befindet.
Für diese anspruchsvolle Bergtour ist eine vollständige und gut angepasste Wanderausrüstung unerlässlich. Empfohlen werden feste Bergschuhe mit gutem Profil, wetterangepasste Kleidung sowie ausreichend Wasser, da entlang der Strecke nur wenige Möglichkeiten zum Auffüllen bestehen.
Zusätzlich sollten ausreichend Proviant, Sonnenschutz (Sonnencreme, Sonnenbrille) sowie ein Regenschutz im Rucksack nicht fehlen.